Das letzte Band

28. September 2013 in Neuhardenberg

von Samuel Beckett mit Klaus Maria Brandauer als Krapp.

von Samuel Beckettmit Klaus Maria Brandauer als KrappRegie: Peter SteinBühnenbild: Ferdinand WögerbauerKostüm: Annamaria HeinreichDramaturgie- und Regieassistenz: Sara AbbasiMaske: Manuela HalliganTechnische Koordination: Christian Weißkircher
Seit 40 Jahren bespricht Krapp, eine "in Auflösung befindliche Kreatur" (Friedrich Luft), an seinem Geburtstag ein Tonband über die Denkwürdigkeiten der zurückliegenden zwölf Monate. Um in die rechte Stimmung zu kommen, hört er sich zuvor ein altes Band an. Diesmal, er ist mittlerweile 69, erwischt er eine Aufnahme, die dreißig Jahre zurückliegt. Er hört sich als 39jährigen sprechen: über ein noch älteres Band, das er gerade gehört habe, über sein "Werk", das nie zustandekommen wird, über seine Verdauung, über den "Abschied von der Liebe". So entfaltet sich in ein paar Tonbandsequenzen ein ganzes Leben in seiner erschütternden Vergeblichkeit.

Der Autor selbst hat es mit Sarkasmus kommentiert: "Das Ergebnis dieses heroischen Programms ist der alte Krapp, dessen Abend schlecht ausgeht." Beckett ist der unbestechliche Chronist der Ausweglosigkeit, in die sich das Dasein der Menschen verrannt hat, aber er ist auch, im Angesicht seelischen Elends, ein trostreicher Stoiker. Zuweilen lacht Krapp beim Abhören des alten Bandes. Das Alter läßt ihn manche Dinge mit Ironie betrachten. Die "Pläne für ein weniger aufreibendes Geschlechtsleben" haben sich von selbst erledigt. Die Jagd nach dem Glück? Schon früh "erlahmt". Die Verdauung? "Völliges Versagen der Abführmittel", auch schon früh. Das letzte Band läuft leer. Es bleibt "nichts mehr zu sagen, nicht einmal Piep".

Klaus Maria Brandauer gehört zu den wenigen deutschsprachigen Schauspielern, die weltweite Anerkennung genießen. Seit 1972 ist er Ensemblemitglied des Burgtheaters Wien. Dort war er in vielen Hauptrollen zu erleben, darunter einhundert Mal als Hamlet. Fast zehn Jahre lang spielte er den Jedermann bei den Salzburger Festspielen. Seit 2007 verbindet ihn eine wiederholte Zusammenarbeit mit dem Regisseur Peter Stein. Weltberühmt wurde er 1982 als Hendrik Höfgen in István Szabós Klaus-Mann-Verfilmung Mephisto, die mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus spielte er u. a. im James-Bond-Streifen Never Say Never Again, in Out Of Africa sowie in Tetro unter der Regie von Francis Ford Coppola. In Antonin Svobodas neuem Film The Strange Case of Wilhelm Reich spielte er die Titelrolle. Daneben führt Klaus Maria Brandauer immer wieder Regie.

Peter Stein begann seine Theaterlaufbahn 1964 an den Münchner Kammerspielen. Über Bremen und Zürich kam er 1970 nach Berlin, wo er bis 1985 die künstlerische Leitung der Schaubühne innehatte. Von 1991 bis 1996 war er Direktor des Schauspiels der Salzburger Festspiele. Mit seinen ungekürzten Inszenierungen von Goethes Faust und Schillers Wallenstein verwirklichte Peter Stein zwei seiner Lebensträume. Peter Stein wurde zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt und in den Orden Pour le Mérite aufgenommen. Mit Klaus Maria Brandauer inszenierte Peter Stein in den jeweiligen Hauptrollen Schillers Wallenstein und Kleists Der Zerbrochne Krug am Berliner Ensemble sowie Sophokles' Ödipus auf Kolonos für die Salzburger Festspiele.

Eine Produktion der Wallenstein-Betriebs gGmbH und Klaus Maria Brandauer in Koproduktion mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg und den Movimentos Festwochen der Autostadt in Wolfsburg.

präsentiert von tip Berlin

Quelle: kulturkurier / Kulturclub.de

Wo ist das Event?
Stiftung Schloss Neuhardenberg
Schinkelplatz
15320 Neuhardenberg
Wann ist das Event?
Samstag, 28. September 2013
20:00 Uhr
Seit 2214 Tagen vorbei!

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