Szenen einer Ehe

22. Februar 2014 in Köln

SZENEN EINER EHE von Ingmar Bergman - ein "begeisternder Schauspieler-Abend im TAS"
Wieder ab 6. Juni 2013

Inszenierung: Joe Knipp

Mit Aurélie Thépaut und Richard Hucke

Bühne: Hannelore Honnen und Wolfgang Wehlau; Assistenz: Marie-Kristin Berndt

Premiere: 14. Juni 2012

Dieses klassische Stück über ein Ehepaar am Scheideweg, hat nichts von seiner Brisanz verloren. Ein genaues Psychogramm, das schon in den 70er Jahren das Publikum als Fernsehspiel elektrisierte. Ein Stück in der Tradition von Ibsen, Albee, Vinterberg.

"Ein Werk von magnetischer Kraft, ungeheurer Intelligenz und bedrückender Melancholie, die von Blitzen erotischer Ekstase durchbrochen wird." Time Magazine

Johan und Marianne sind seit zehn Jahren verheiratet und sie scheinen wie ein vorbildliches Ehepaar. Wie aus heiterem Himmel zerbricht die vordergründige Harmonie: Johan verlässt seine Frau und gesteht ihr ein Verhältnis. Ein erneuter Annäherungsversuch ein halbes Jahr später scheitert. Gespräche enden ergebnislos, weil beide nicht mehr dieselbe Sprache sprechen.
Kölnische Rundschau: "Nie richtig geliebt, nie richtig getrennt
Szenen einer Ehe
Kritik Kölnische Rundschau

Joe Knipp vom Theater am Sachsenring hat sich nun des Filmklassikers "Szenen einer Ehe" von Ingmar Bergman angenommen und als Zwei-Personen-Stück inszeniert. Eine Herausforderung war schon die Eindampfung der ursprünglich 300-minütigen TV-Serie aus dem Jahre 1973 - (...) auf knappe zwei Stunden.

Schon das elegant-funktionale Bühnenbild von Hannelore Honnen - mit ein paar Stühlen, einem Tisch und einem wandelbaren, rechteckigen, schwarzen Kasten - spiegelt kongenial die Beziehungs-Versuchsanordnung wieder, die Aurélie Thépaut und Richard Hucke mit Leben füllen.

(...) Thépaut und Hucke gehen in ihrem charismatischen Spiel voll in diesem Paar auf, das verzweifelt erkennen muss, dass es sich nie richtig hat lieben, aber auch nicht richtig voneinander trennen konnte. Ihre Begegnungen sind voller Schmerz, ein Schmerz, den beide erspüren lassen. Aurélie Thépaut in einer berührenden Mischung aus Koketterie und Verzweiflung, Richard Hucke mit der traumatischen Gewissheit, ein seelischer Analphabet zu sein.

Die beiden, von Joe Knipp präzis geführten Schauspieler verstehen es aber auch, die leisen, ironischen Untertöne des Stücks zum schwingen zu bringen. Wieder einmal ein "Schauspieler-Abend" im TAS, der ein begeistertes Publikum zurücklässt.
Kulturmagazin Choices: "Beziehung in Beige"
Aurélie Thépaut und Richard Hucke

Bergmans "Szenen einer Ehe" am Sachsenring

(...) Erzählt werden Stationen in der zweiten Hälfte des zwangzigjährigen Zusammenlebens der Anwältin Marianne und des Naturwissenschaftlers Johan. Eine scheinbar mustergültige Ehe des gehobenen Mittelstands, die zwei Töchter hervorbrachte, hinter deren glücklicher Fassade aber eine Mischung aus Enttäuschungen, Verletzungen und Betrug brodelt. Intendant Joe Knipp zurrt die kritische Analyse der kleinsten bürgerlichen Institution zusammen auf rund eindreiviertel Stunden und arbeitet in seiner Inszenierung ein dichtes Kammerspiel heraus, das den Vergleich mit dem preisgekrönten Werk des filmischen Seelenforschers (Ingmar Bergman) nicht scheuen muss.

Direkt und schnörkellos à la Bergman ist auch die Bühne eingerichtet. Zwei Stühle, ein Tisch und ein wandelbarer Kasten lenken das Auge nicht ab von den Schauspielern. Gerahmt wird die Spielfläche von Stellwänden, die mit Textil in Beige bespannt sind; jenem natürlichen, warmen, aber auch unbestimmten und trüben Farbton, der symbolisch für diese Ehe stehen könnte. Gedeckt sind auch die Farben der Kostüme - zumindest bis zum zweiten Teil des Abends, wenn Marianne auflebt und sich ihre ungehemmtere Präsenz subtil in klareren Linien und offensiverem Styling ausdrückt.

Insgesamt behält Knipp die stärkere Betonung der weiblichen Perspektive bei, die auch schon die filmische Vorlage kennzeichnete. Marianne, die Hintergangene, Gedemütigte, sich aber auch Unterwerfende, bietet größeres Entwicklungspotenzial. Eindimensionale geschlechtsspezifische Schuldzuschreibungen lassen sich hier trotzdem nicht treffen, das komplizierte Verhältnis bleibt in einer spannungsreichen Ambivalenz. Das ist vor allem das Verdienst der ausgezeichneten Darsteller.

Die in Köln lebende Pariserin Aurélie Thépaut, erstmals am Theater am Sachsenring, und Richard Hucke, der hier schon als Christian in "Das Fest" Erfolge feierte, füllen ihre Rollen mit großer Natürlichkeit aus. Er bezeichnet seinen Charakter als Schwein und Kadaver, dessen Leben vorbei sei - und genau so spielt Hucke ihn auch. Seine Partnerin fasziniert mit emotionaler Bandbreite und einer enorm beredten Mimik. Die Nöte ihrer beiden Figuren so nah - der Vorteil des kleinen Raums - mitzuerleben, ist bewegend bis beklemmend, manchmal auch witzig und stimmt nachdenklich. Ein klassischer, souveräner Theaterabend, der das Zeug zum Dauerbrenner hat.

JESSICA DÜSTER "Szenen einer Ehe" nach dem gleichnamigen Film von Ingmar Bergmann I R: Joe Knipp I 28.-30.6./11.-13./18.-20./25.-27.10. 20 Uhr I Theater am Sachsenring I www.theater-am-sachsenring.de

http://www.choices.de/beziehung-in-beige

Quelle: kulturkurier / Kulturclub.de

Wo ist das Event?
Theater am Sachsenring
Sachsenring 3
50677 Köln
Wann ist das Event?
Samstag, 22. Februar 2014
20:00 Uhr
Seit 2121 Tagen vorbei!

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