Faust. Der Tragödie erster Teil

14. Februar 2014 in Wiesbaden

Von Johann Wolfgang von Goethe.

Inszenierung Tilman Gersch

Dr. Heinrich Faust ist ein zutiefst zerrissener Mensch. Einer, der sich vorgenommen hat, die Welt in ihrem Ganzen zu erfassen – nicht mehr und nicht weniger. Ein Mann, der sein langes Leben der Forschung widmete, zu Ruhm und Ehren kam und doch aus lauter Verzweiflung den Freitod erwägt. Weil er die Grenzen der Wissenschaft nicht sprengen kann, will er diese letzte überschreiten. Faust, der Mann mit den zwei Seelen, wird zum Objekt im Spiel der Mächte. Gott und Teufel schließen eine Wette ab – ist er noch zu retten oder längst für den Himmel verloren?

Mephisto erscheint, und Faust ist das recht, denn nun erhofft er sich das Ende seines irdischen Leidens. Eine zweite Wette gilt: Wird er zum Augenblicke sagen ‚Verweile doch, du bist so schön‘, dann hat er endlich zu sich gefunden, dann kann der Rest die Hölle sein. Bei dem jungen, unbedarften Gretchen sucht Faust die vollkommene Erfüllung. Seine unbändige Gier ist Gretchens Tod. Er vernichtet dieses Geschöpf, das, so ganz anders als er, die Gabe hat, eins mit sich selbst zu sein.

In keinem anderen Drama der Weltliteratur wird die Conditio Humana so umfassend befragt wie in Goethes ‚Faust‘. 1806 schloss Johann Wolfgang von Goethe den ersten Teil der Tragödie ab, nach mehr als dreißig Jahren Arbeit daran. Inspiration fand er in der uralten Sage vom Doktor Faustus, und so vereinigt die ganze Fülle dieses Schauspiels mittelalterliche Motive mit aufklärerischem Gedankengut. Neben der Faszination am Transzendentalen treibt Faust die Suche nach Erkenntnis, der Forschungsdrang des aufgeklärten, des modernen Menschen, und damit berührt Goethes Text ethische Aspekte, die uns heute mehr denn je beschäftigen. Und er stellt die älteste aller Fragen: Was ist Glück?

Tilman Gerschs Auseinandersetzung mit dem bedeutendsten und meistzitierten Werk der deutschen Literatur findet mit ‚FaustIn and out/ Der Tragödie zweiter Teil‘ von Elfriede Jelinek und Johann Wolfgang von Goethe eine unkonventionelle Fortsetzung. Elfriede Jelineks „Sekundärdrama“ ‚FaustIn and out‘, das nur in Zusammenhang mit einer ‚Faust‘-Inszenierung gezeigt werden darf, wird hier zum ersten Mal als integraler Bestandteil einer Inszenierung von ‚Faust. Der Tragödie zweiter Teil‘ aufgeführt. ‚FaustIn and Out/ Der Tragödie zweiter Teil‘ ist am Montag, 10. Februar 2014 zum letzten Mal im Kleinen Haus zu sehen.

Quelle: kulturkurier / Kulturclub.de

Wo ist das Event?
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
Christian-Zais-Straße 3
65189 Wiesbaden
Wann ist das Event?
Freitag, 14. Februar 2014
19:30 Uhr
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